iOS 7 beta - Gesammelte Erfahrungen und gefundene Bugs - Hack4Life
iOS 7 beta - Gesammelte Erfahrungen und gefundene Bugs - Hack4Life

Die erste Beta von iOS 7 ist nun seit mehr als 10 Tagen den Entwicklern zugänglich. In dieser Zeit wurde die Software ausführlich getestet, weshalb wir Euch in diesem Artikel über bisherige Erfahrungen, Bugs und Fehler berichten möchten.

Alles war gespannt auf Apples neuen großen Versionssprung im Bereich der mobilen Betriebssysteme. Das alte iOS 6 auf meinem iPhone wirkte mittlerweile ausgelutscht, es fühlte sich an und sah aus, wie jedes einzelne Update zuvor. Und dies war nicht nur bei mir der Fall, viele langjährige Apple-Nutzer dachten ähnlich. Apple musste etwas neues, frisches auf den Markt bringen. Etwas, das sich von den vorangehenden iOS-Versionen unterscheiden würde.

Und das hat das Unternehmen aus Cupertino geschafft. Mit iOS 7 kam eine von Grund auf neugestaltete Software auf den Markt, welche nur noch ansatzweise dem Vorgänger ähnlich sieht. Das mobile Betriebssystem wurde seit seiner Freigabe ausführlich unter die Lupe genommen und aus diesem Grund möchte ich Euch nun die von Testern und Entwicklern gesammelten Erfahrungen mit der ersten Beta von iOS 7 liefern.

Vorab: iOS 7 befindet sich derzeit noch in Entwicklung. Apple arbeitet bis zur finalen Version mit Hochdruck an der Optimierung des neuen Systems. iOS 7 kann daher aktuell nicht am selben Maßstab, wie beispielsweise iOS 6 gemessen werden.

iOS 7 Beta 1: Bisherige Erfahrungen

Apple hat mit dem Update die ein oder andere neue Funktion in iOS 7 integriert. Die größte Neuerung – und das mag sich so betrachtet komisch anhören – ist das Design. Am Anfang ist es wirklich gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit legt sich auch das. Zu Beginn wirkte das neue Aussehen für viele Entwickler etwas kindisch, doch mittlerweile gefällt der moderne Look. Die neugewonnene Dynamik durch das komplett veränderte Interface kommt dem Nutzer in jedem Bereich des Systems entgegen und innovative Features wie die Verpasst-Ansicht im Notification Center oder AirDrop übersieht man beinahe.

Eventuell liegt der Grund in der momentanen nicht gewährleisteten Funktionalität aufgrund mangelnder Austauschpartner – iOS 7 ist eine Beta, offiziell nur Entwicklern zugänglich. Viele Teilbereiche von iOS wurden so stark verändert, dass man deshalb meinen könnte, sie seien eine komplett neue Funktion – eine Feststellung, die mit der Zeit einem Gefühl der Vertrautheit weicht.

Ein Feature jedoch sticht heraus: Das Control Center. Apple hat mit iOS 7 genau das integriert, was sich so viele gewünscht haben. Einen Schnellzugriff auf die wichtigsten Funktionen – überall erreichbar. Die meisten Entwickler äußerten sich bisher sehr positiv über den Kontrollbereich. Doch noch hapert es an dem “überall erreichbar”. Hier wurde nämlich das falsch gemacht, was mit dem Notification Center richtig gemacht wurde.

In Spielen oder desgleichen passiert es häufig, ungewollt das Control Center zu öffnen. Während die Mitteilungszentrale erst nach dem zweiten Wischen in den Bildschirm gleitet, ist dies bei dem Control Center nicht der Fall. Somit zeigt sich der Kontroll-Bereich einige Male ungewollt. Dessen ungeachtet ist die Funktion wirklich praktisch und erspart einige Umwege. Apple wird in der weiteren Entwicklung von iOS 7 das genannte Problem mit Sicherheit noch ausbessern.

Auch die neue Wischgeste zum einfacheren Navigieren innerhalb von Applikationen ist ausgesprochen praktisch. Die Handhabung wird dadurch erheblich einfacher gestaltet. Ebenso sollte der neue “Heute”-Tab innerhalb des Notification Centers nicht unerwähnt bleiben. Die dort gebotene Übersicht des Tages ist wirklich nützlich und kam seit der Installation von iOS 7 vermehrt zum Einsatz.

Features von iOS 7, Erfahrungen mit der ersten Beta Version
Features von iOS 7

Verbesserungen angebracht: Aktuelle Bugs, Fehler und Probleme

Nachdem bisher (fast) nur von den positiven Aspekten die Rede war, muss ebenso etwas über die derzeitigen Probleme der ersten Beta-Version gesagt werden. Auch wenn das neue Design (bis auf die App-Icons) ausgesprochen gut ist, tauchen des öfteren Grafikfehler auf. Somit wird nach (fast) jedem Neustart des Gerätes kein Hintergrundbild angezeigt und auch das Öffnen von Applikationen sieht infolge dessen aufgrund von Schlieren äußerst komisch aus. Erst nach dem erneuten Wechseln des Hintergrundes ist der Fehler beseitigt. Doch dies ist nicht das einzige “Grafikproblem”. Über das ganze System verteilen sich vereinzelt Bugs, welche jedoch eher klein und weniger störend sind.

Ebenso an dem neuen Lockscreen gibt es unter den Entwicklern – auch wenn ich ihn deutlich schöner finde als den aus iOS 6 – etwas auszusetzen. Somit wird das das iPhone häufig ungewollt entsperrt (z.B. in der Hosentasche). Durch das Entfernen des Unlock-Sliders und der neuen Möglichkeit des Entriegelns an einer beliebigen Stelle ist der Unlock-Vorgang zwar einfacher geworden, das heißt jedoch noch lange nicht, dass er in jedem Fall praktischer ist. Dieser Punkt hat also seine Vor- und Nachteile.

Außerdem ist der extrem hohe Akku-Verbrauch ein großes Thema. Schon mit iOS 6 wäre eine längere Laufzeit wünschenswert gewesen, mit der ersten Beta von iOS 7 hat sich diese jedoch nicht wie erhofft gebessert.

Hinzu kommt, dass das System momentan auf ziemlich wackeligen Beinen steht. Abstürzende Apps (Bsp.: WhatsApp) und Ruckler (beispielsweise während des Multitaskings) sind keine Seltenheit. Manche Anwendungen starten erst gar nicht (z.B. Skype). Verständlich und daher nicht wirklich kritikwürdig: Bisherige Apps sind noch nicht auf iOS 7 angepasst. Diese Arbeit steht den Entwicklern noch bevor.

Darüber hinaus verlieren die Geräte des Öfteren die Netzverbindung. Zwar wurde in der Status-Bar Empfang und mindestens Edge-Netz angezeigt und dennoch konnten keine Seiten geladen oder WhatsApp verwendet werden.

Auch Siri wollte manchmal nicht so richtig. An manchen Tagen bekamen Tester auf deren Fragen und Befehle gar keine Antwort, an anderen hingegen lief alles reibungslos.

Eines der Probleme, welches am meisten stört, ist die wirklich extreme Hitzeentwicklung. Schon nach fünf Minuten erreicht das iPhone außergewöhnlich hohe Temperaturen. Selbst im Standby-Modus wird es oftmals ziemlich heiß, meist in Zusammenhang mit einer größeren Menge eingehender Benachrichtigungen (z.B.bei WhatsApp). Dies war bei mehreren Entwicklern der Fall, wie uns berichtet wurde.

Ein weiterer Bug, der auffiel, hat mit der integrierten Newsstand-App zu tun. Man lege das iPhone waagerecht auf den Tisch, öffne besagte Anwendung, nehme das Gerät wieder in die rechte Hand und schließe die App wieder. Folge: Das iPhone stürzt komplett ab und startet neu. Eine witzige kleine Entdeckung, welche zwar eher unwichtig und dennoch erwähnenswert ist.

Fazit: Für den Anfang sehr gut

Zugegeben: Die To-Do-Liste ist noch lang. Alles in allem jedoch präsentiert sich iOS 7 ausgesprochen gut. Das neue Design macht einen soliden Eindruck, auch wenn die neuen Features nicht auf den ersten Blick herausstechen – sie sind da und das ist was zählt. Ein größerer Negativ-Aspekt des Designs sind die etwas neuerlichen App-Symbole, welche aber hoffentlich noch verbessert werden.

Auch über die kleinen Bugs und Probleme kann man derzeit hinwegsehen. Man sollte nicht vergessen, dass es sich bei der in diesem Artikel beschriebenen Software um die allererste Beta von iOS 7 handelt. Apple wird während der Beta-Phase noch einmal ordentlich Hand anlegen und die beschriebenen Fehler korrigieren sowie wahrscheinlich Designelemente überarbeiten. Eines jedoch ist gewiss: Apple hat ein wirklich gutes Update präsentiert und die Entwickler dürfen sich auf die kommenden Vorabversionen freuen.

Falls unsere Leser die Beta schon eigens testen konnten und noch weitere Fehler entdeckt haben, lade ich Euch ein, diese in den Kommentaren kurz zu umschreiben. Die bisherige Liste würde dementsprechend ergänzt werden.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde von unserem Gastautor Björn van der Sar geschrieben.

Sag uns deine Meinung