Was man über Satelliten-TV wissen sollte

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Neben dem klassischen Kabelfernsehen ist das Satelliten TV die weltweit am meisten verbreitete Möglichkeit. Einmal eingerichtet, empfangen im ganzen Haus mehrere Geräte TV Signal, um Entertainment in vollen Zügen zu genießen. Dank der Technologie mit seinen zahlreichen Satelliten empfangen Verbraucher sowohl TV-, als auch Radio-Sender.

Wie funktioniert eigentlich SAT TV, kann man hiermit auch HD empfangen und was ist für das Satellitenfernsehen notwendig? Diese und noch weitere Fragen beantwortet der folgende Ratgeber. Darüber hinaus erklären wir, welche Geräte wie beispielsweise eine SAT Flachantenne dafür erforderlich sind.

Wie funktioniert Satelliten TV?

Zunächst gibt es eine kleine Einführung, was es eigentlich mit dem Satelliten TV auf sich hat.

Im Gegensatz zu Telefon, Kabelfernsehen und Co., die aus der Erde (Kupferleitung, Glasfaser, ..) kommen, sendet das Satelliten TV sämtliche TV- und Radio-Signale direkt aus dem All. Um dies zu verstehen, ist ein Blick auf die Erde mitsamt Pol-Achse sinnvoll. Auf Höhe des Äquators liegt die Erdumlaufbahn, auf welcher Fernsehsatelliten um die Erde kreisen – Tag und Nacht.

Dabei drehen sich die Satelliten dauerhaft mit der Erde mit, sodass sie ständig ihre Position halten. Sämtliche Fernsehanstalten senden ihr Videomaterial in Richtung Satellit, welche dieses wiederum zurück auf die Erde senden, damit es von Satellitenantennen empfangen werden kann.

Die Satelliten sind über 30.000 km von der Erde entfernt. Dementsprechend kommt das Signal aufgrund der großen Entfernung recht schwach an. Aus diesem Grund ist es notwendig, eine Richtantenne aufzustellen. Der Klassiker, die Satellitenschüssel, bündelt dieses schwache Signal zu einem stärkeren zusammen, damit es für das Fernsehen ausreicht.

Was kostet SAT TV?

Möchten sich Hausbesitzer eine Satelliten-TV Anlage zulegen, entstehen hierfür einmalige Kosten. Zunächst ist eine Satellitenschüssel oder anderweitige Antenne mit LNB erforderlich. Zusätzlich ist ein Receiver notwendig, welcher das TV Signal verarbeitet und anschließend auf dem Fernseher wiedergibt.

Pluspunkte gibt es hier für Besitzer von einem modernen Flachbildfernseher. Denn in den neuartigen Geräten sind meistens bereits TV-Tuner integriert, sodass der Kauf von einem Receiver entfällt.

Somit entstehen Kosten von etwa 100 Euro, je nach Hersteller und Modell aufwärts. Möchten Hausbesitzer die Schüssel selbst montieren, kommt es zu keinen zusätzlichen Kosten. Übernimmt ein Montageservice die Arbeit, entstehen weitere Kosten zwischen etwa 100 bis 300 Euro (je nach Aufwand).

Tipp: Möchten Mieter einer Wohnung in den Genuss von Satelliten TV kommen, haben diese die Möglichkeit ein kleineres Modell beispielsweise am Balkon anzubringen. Vor der Montage ist allerdings mit dem Inhaber der Wohnung zu klären, ob eine Montage erlaubt und technisch möglich ist.

Mit Satelliten TV Fernsehsender in HD Qualität empfangen

Mittlerweile ist HD (High Definition) in aller Munde und ermöglicht hochauflösendes Fernsehen mit einem gestochen scharfen Bild.

Während öffentlich rechtliche Sender ihre Programme kostenlos in HD zur Verfügung stellen, ist der Empfang privater TV Sender in HD kostenpflichtig. Hier ist vom sogenannten HD+ die Rede, ein Abo mit jährlicher Abrechnung. Dafür wird eine HD+ Karte auf der Rückseite vom Fernseher eingesteckt, um HD auf allen Sendern freizuschalten.

Was ist für Satellitenfernsehen notwendig?

Ihr habt euch für Satellitenfernsehen entschieden und möchtet eine entsprechende Anlage einrichten? Im Folgenden zeigen wir, welche einzelnen Geräte und Bestandteile notwendig sind:

  • Antenne, welche Satellitensignal empfängt – z.B. eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von mind. 60 cm
  • Empfänger für das Signal – auch als LNB bekannt
  • Kabel, welches am LNB angeschlossen wird. Hierfür reicht ein herkömmliches Antennenkabel aus
  • Optional, falls erforderlich: eine Kabeldose für die Wand
  • Falls im Fernseher kein Tuner sitzt, einen Receiver, der DVB-S empfangen kann

Schnelle und einfache Einrichtung von SAT TV

Selbst Anfänger mit ein wenig handwerklichem Geschick sind dazu in der Lage, eine Satellitenschüssel zu montieren. Wichtig ist dabei, die Antenne in Richtung Satelliten auszurichten und im richtigen Winkel einzustellen.

Des Weiteren kann die Antenne an den verschiedensten Gebäudebereichen und –teilen montiert werden. Dazu gehören Dach, Wand oder die Befestigung an einem Geländer (z.B. am Balkon).

Nachdem die Satellitenschüssel aufgestellt und der LNB mittels Kabel verbunden wurde, muss sie ausgerichtet werden. Bei Fernsehern und Receivern mit DVB-S hilft dabei eine Signalskala, welche die Stärke und Empfangsqualität anzeigt. Wurde der optimale hohe Wert mittels Ausrichtung erreicht, ist die Antenne endgültig zu fixieren, um dessen Position zu halten.

Tipp: Nicht alle Satelliten befinden sich in der gleichen Richtung. Der am meisten verbreitete und genutzte Satellit Astra benötigt beispielsweise den Wert 19,2° in Richtung Ost. An Satelliten befindet sich als Orientierung eine Skala, um den richtigen Winkel zu erwischen.

Die wichtigsten Satelliten für den Empfang in Deutschland

In ganz Europa sind 2 bekannte Anbieter vertreten, welche für die Satellitenübertragung verantwortlich sind. SES Astra und Eutelsat. Dahinter stecken Aktiengesellschaften, deren Aktien von Unternehmen aus dem Telekommunikations- und Medienbereich gehalten werden.

Der Vorteil bei mehreren Satelliten ist, dass in Deutschland auch Fernseh- und Radioprogramme in anderen Sprachen empfangen werden können.

Im Folgenden sind die wichtigsten Satelliten für den deutschsprachigen Raum inkl. Satellitenposition aufgeführt:

SatellitSatellitenposition
Astra 1 1B-H, 2C19,2° Ost
Astra 2 2 A/B/D28,2° Ost
Hotbird 1-613° Ost
Eurobird 128,5° Ost
Türksat 1C42° Ost

Was sind die Normen DVB-S und DVB-S2?

Die Abkürzung DVB steht für „Digital Video Broadcasting-Satellite“. Die Norm überträgt Fernseh- und Radiosignale digital und über das Satellitensystem. Hierüber empfangen Zuschauer etwa 300 TV-Sender und 170 Radio-Sender unverschlüsselt, sprich kostenlos. Darüber hinaus stehen hunderte kostenpflichtige, verschlüsselte TV- und Radio-Sender mit Premiuminhalten zur Auswahl, welche für noch mehr Film- und Serienvergnügen sorgen.

Einige Jahre nachdem DVB-S eingeführt wurde, kam die weiterentwickelte Version DVB-S2 ins Spiel. Diese überträgt Daten mit etwa 30 Prozent mehr Datendurchsatz und benötigt andere TV-Receiver. Neue Satellitenschüsseln hingegen sind nicht erforderlich.

Ein höherer Datendurchsatz bedeutet, dass viele Sender in einer besseren Qualität empfangen werden können. Nämlich in dem bekannten HD-Standard.

Tipp: Wenn ihr noch nicht im Besitz einer Satellitenanlage seid, solltet ihr euch für DVB-S2 entscheiden. Denn viele TV Sender haben sich dazu entschlossen, das Senden ihrer Programminhalte über DVB-S abzuschalten. Diese nutzen also zukünftig nur noch DVB-S2. Dabei wurde groß das Jahr 2020 angepeilt.

Fazit

Satelliten-TV stellt eine interessante Alternative zum Kabelfernsehen dar. Für die Installation und Einrichtung fallen einmalige Kosten an, danach genießen Zuschauer auf Wunsch Filme und Serien sogar in HD Qualität. Auch der Empfang von hunderten Radiosendern ist über SAT TV möglich, um Musik und Nachrichten direkt auf einer Hi-Fi-Musikanlage oder auf dem Fernseher zu empfangen.

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