Apple hat mit dem iPhone 7 Plus sein erstes Smartphone mit einer Dual Kamera auf der Rückseite auf den Markt gebracht. Seit diesem Zeitpunkt geht der Trend bei den meisten Herstellern auch in dieselbe Richtung. Nun hat Huawei allerdings dieses Jahr das P20 Pro vorgestellt, welches die weltweit erste Leica Triple Camera auf der Rückseite verbaut hat. Wir haben uns die Kamera einmal genauer angeschaut und mit dem iPhone X verglichen. 

Das Kamerasystem vom Huawei P20 Pro

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Bild: HUAWEI

Schauen wir uns zuerst einmal das Kamerasystem vom Huawei P20 Pro an. Ganz rechts außen (vom Bild oben ausgehend) befindet sich eine 8MP Telephoto Linse. Die mittlere Linse ist bei weitem spannender, denn dies ist eine 40MP RGB Linse! Nun bleibt noch die dritte Linse übrig. Hinter dieser verbirgt sich nämlich eine 20MP Mono Linse. Dies bedeutet, dass diese Linse Aufnahmen nur in Schwarz/Weiß aufnehmen kann und dadurch wesentlich mehr Details und bessere Kontraste in hellen und dunklen Bereichen festhalten kann. Die intelligente KI auf dem Huawei P20 Pro wird durch ein Kirin 970 Chipset mit integriertem NPU angetrieben. Von den Specs her liest sich das Ganze natürlich schon einmal gut, doch wie schlägt sich das Gerät im Alltag? Wir haben das Huawei P20 Pro mit dem iPhone X verglichen.

Der ultimative Kameravergleich: Huawei P20 Pro vs. iPhone X

Wir haben verschiedene Kategorien getestet. Von Gegenlicht, über “normale” Lichtverhältnisse, Nahaufnahmen und Aufnahmen bei schlechtem Licht ist alles vertreten. Doch klären wir zuerst die Ausgangssituation: Wir zeigen euch immer zuerst die zwei Bilder, analysieren diese dann und verraten erst am Ende welches Bild von welcher Kamera ist. So könnt ihr euch zuerst selbst einen Eindruck von den Fotos verschaffen und seid unvoreingenommen.

So entstanden die Bilder

Die Kamera des jeweiligen Smartphone hat immer selbst den Fokus ausgerichtet (sofern nicht anders erwähnt) und auch die Belichtung wurde nicht angepasst. Die Bilder selbst sind alle unbearbeitet. Beim Huawei P20 Pro wurde der AI Modus nicht deaktiviert, da dies die Standardeinstellung ist. Anschließend wurden die Bilder über Adobe Lightroom Classic CC exportiert. Beim Export wurden die folgenden Einstellungen verwendet:

  • Dateieinstellungen: JPEG (Bildformat), 70 (Qualität), sRGB (Farbraum)
  • Bildgröße: Lange Kante (In Bildschirm einpassen), 2200 (Pixel), 240 (Auflösung)
  • Ausgabeschärfe: Bildschirm (Schärfen für), Standard (Stärke)

Dadurch wird eine geringere Dateigröße, mit einer guten Auflösung erzielt. Wer sich die Bilder jedoch in seiner originalen Größe anschauen will, findet am Ende des Beitrags einen Link zu allen Bildern in voller Auflösung.

Aufnahme von hellen Bereichen aus einem dunklen Bereich heraus

Schauen wir uns einmal die oberen zwei Bilder genauer an. Das linke Bild ist auf den grünen Blättern im Vordergrund links leicht überbelichtet durch die Sonneneinstrahlung. In den dunklen Bereichen erkennt man auf dem rechten Bild deutlich mehr Details, jedoch werden die schattigen Bereiche gräulich dargestellt. Die Farben sind im rechten Bild auch intensiver, aber gerade das Grüne auf den Blättern links wirkt etwas zu übersättigt und dadurch leicht unnatürlich.

Zoom in das obere Bild

Hier zoomen wir sowohl auf dem Huawei P20 Pro als auch auf dem iPhone X um das dreifache hinein. Der Zoomfaktor stand bei beiden Geräten exakt auf 3x und das Smartphone hat selbst die Belichtung eingestellt.

Im Zoom wirkt die Sonneneinstrahlung auf den rechten Baumstamm beim Smartphone 2 viel heller, jedoch nicht warm sondern etwas kühler. Dafür erkennt man beim Smartphone 2 mehr Details in der Rinde. Smartphone 1 hat in den Schattenbereichen weniger Details.

Nahaufnahme und Bokeh

Nahaufnahmen sind immer ein spannender Bereich der Fotografie. Hierbei muss die Linse der Kamera auf kurze Distanz einen Bereich scharf stellen und dafür sorgen, dass dieser richtig belichtet ist. Bei diesen Fotos haben wir keinen Autofokus verwendet, sondern den Fokus auf dieses Blatt manuell gesetzt:

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Fokuspunkt für das obere Bild

Wenn man weiß, wo der Fokus sitzen sollte, erkennt man eindeutig, dass das Bild von Smartphone 1 hier besser scharfgestellt hat. Smartphone 2 hat den Fokus noch näher gesetzt, jedoch ist auch hier das Blatt nicht gestochen scharf. Das Bokeh (der unscharfe Bereich im Hintergrund) ist von Smartphone 1 detailreicher, beim Foto von Smartphone 2 ist dieser etwas dezenter und sticht nicht so aus dem Hintergrund heraus.

Weitere Nahaufnahme

Bei diesen Aufnahmen wurde der Fokus auf die Blüte gesetzt. Smartphone 2 hat hierbei den Fokus etwas besser getroffen als Smartphone 1, jedoch hat es kein Smartphone geschafft die Blüte gestochen scharf abzulichten. Jedoch hat Smartphone 1 den Grashalm, der hinter der Blüte ist ebenfalls noch scharfgestellt, was Smartphone 2 nicht geschafft hat.  Im Hintergrund hat das Grün der Blätter bei Smartphone 2 einen dezenten Gelb-Stich. Auch hier ist das Bokeh bei beiden Fotos unterschiedlich, was natürlich eine reine Geschmacksache ist.

Landschaft mit Wolken

Auf den ersten Blick sehen sich die Bilder recht ähnlich, doch wenn man in die Wolken schaut erkennt man die Unterschiede. Bei Smartphone 1 ist ein Großteil der Wolken überbelichtet und extrem hell, wohingegen beim Foto von Smartphone 2 dies nicht der Fall ist. Jedoch gehen hierbei auch deutlich Details in den Wolken verloren, die bei Smartphone 1 trotz Überbelichtung noch vorhanden sind.

Fotografieren mit Gegenlicht

Aufnahmen mit Gegenlicht zeigen das Potential einer jeden Kamera, denn dies ist eine besonders schwierige Aufgabe. Bei diesem Foto strahlt die Sonne direkt in die Linse vom Huawei P20 Pro und dem iPhone X. Smartphone 2 schafft es trotz direkter Sonneneinstrahlung den Himmel leicht darzustellen, wohingegen der Himmel beim Bild von Smartphone 1 komplett hell ist. Mit einem HDR-Foto (Belichtungsreihe aus drei Einzelfotos) hätte auch das Smartphone 1 es locker geschafft, den Himmel und die Sonne getrennt darzustellen, jedoch haben wir hier sowohl beim Huawei P20 Pro, als auch beim iPhone X darauf verzichtet, die HDR Option zu aktivieren.

Zoom und Gegenlicht

Für dieses Foto sind wir auch im Gegenlicht gestanden und haben bei beiden Geräten den Zoom auf das Dreifache eingestellt. Die Aufnahme von Smartphone 2 wirkt leicht milchig und viel zu hell. Auch das Wasser wirkt bei diesem Foto eher dreckig. Hier schafft es das Smartphone 1 definitiv besser, das Motiv festzuhalten.

Vor dem Sonnenuntergang

Hier wurde der Fokus manuell auf den Himmel gelegt. Smartphone 1 belichtet hier den dunklen Vordergrund etwas besser als Smartphone 2 und lässt auch mehr Details in den Bäumen erkennen. Auch die Farben vom Himmel im ersten Bild sind schöner und vor allem originalgetreuer als beim Bild von Smartphone 2.

Welcher Typ bist du?

Nachdem wir nun in den oberen Bildern immer nur von Smartphone 1 und Smartphone 2 gesprochen haben, wird es Zeit das Geheimnis zu lüften, welches Smartphone sich hinter welchen Bildern versteckt. Doch bevor wir euch das verraten, könnt ihr an dem Test unten teilnehmen und herausfinden, welches Smartphone für euch die schöneren Bilder macht. Die Reihenfolge der Bilder ist in den Fragen übrigens exakt gleich, wie sie im Beitrag vorgekommen sind. Schreibt in die Kommentare welches Ergebnis ihr bekommen habt. 🙂

Bilder in Originalgröße

Hier findet ihr alle Fotos in Originalgröße unkomprimiert und selbstverständlich auch unbearbeitet. Die Weiterverbreitung der Bilder ist untersagt. Wenn ihr die Bilder weiter verwenden möchtet, klärt dies bitte vorab mit uns ab. Copyright: Fabian Geissler

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Farbtreue
Schärfe
Aufnahmen bei Gegenlicht
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Seit mehr als 6 Jahren beschäftige ich mich nun mit Apple, dem Jailbreak und all seinen Facetten! Das testen von Produkten, Apps und Tweaks aus der Jailbreak Szene gehören mittlerweile schon fast zum Tagesablauf. Alle Neuigkeiten aus der Welt von Apple und co. fasse ich ebenfalls für euch kompakt und verständlich zusammen.

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